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 Formen und Typen des Alkoholismus

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BeitragThema: Formen und Typen des Alkoholismus   Do Jun 14, 2007 12:36 pm

Formen und Typen des Alkoholismus

Alpha-Trinker Sie sind Erleichterungstrinker, die mit Alkohol ihre Probleme zu lösen versuchen. Sie sind zwar einer fortschreitenden Abhängigkeit ausgesetzt, können aber ihren Alkoholkonsum unter Kontrolle halten.
Beta-Trinker Sie sind Gelegenheitstrinker ohne eine eingetretene Abhängigkeit. Bei ihnen treten vor allem Beschwerden durch Folgekrankheiten auf, z.B. Leberschäden, Magenleiden (Gastritis).
Gamma-Trinker Sie sind Suchtkranke, sie sind die eigentlichen Alkoholiker, die vom Alkohol seelisch und körperlich abhängig sind. Sie haben über ihren Alkoholkonsum keine Kontrolle mehr.
Delta-Trinker Sie sind "Spiegeltrinker", sie können ihren Alkoholkonsum relativ lange unter Kontrolle halten. Sie sind zwar körperlich, aber nicht seelisch abhängig. Bei schleichender Dauerintoxikation sind sie eher unauffällig.
Epsilon-Trinker Sie werden als "Quartalssäufer" bezeichnet. Nach wochenlanger Abstinenz trinken sie tagelang völlig unkontrolliert.

Bindungsqualitäten
Der zweite eng mit der Bindungstheorie verknüpfte Name, entwickelte diese Ideen weiter und konzentrierte sich auf die Erforschung unterschiedlicher Verhaltensmuster in kurzen Trennungssituationen. In der sog. "Fremde Situation" kann bei 1- bis 2jährigen Kindern die Interaktion zwischen Erkundungs- und Bindungsverhalten beobachtet werden: Dazu werden die Kinder zusammen mit ihrer Mutter in einem fremden, aber übersichtlichen Raum gebracht. In diesem Raum stehen zwei Stühle (für die Mutter und später hereinkommende Fremde) und ein mit attraktivem Spielzeug ausgestatteter Spielteppich. Zunächst wird das Erkundungsverhalten des Kindes beobachtet, dann tritt eine freundliche (fremde) Person ein, die erst mit der Mutter, dann mit dem Kind Kontakt aufnimmt; die Mutter verläßt daraufhin kurz den Raum, aber die fremde Person ist noch bei dem Kind; später verläßt die Mutter erneut den Raum und das Kind ist kurzfristig allein, bevor die Mutter wieder zurückkommt.
Insbesondere bei der Rückkehr der Mutter zeigten sich Unterschiede im Bindungsverhalten, die als "sicher" bzw. "unsicher gebunden" klassifiziert wurden:

Kinder mit sicherer Bindung (B-Kinder) suchen und wahren den Kontakt zur Mutter; sie zeigen kaum Kummer, wenn sie allein sind, falls doch, dann ist deutlich erkennbar, dass sie die Mutter vermissen und lassen sich nicht von der Fremden trösten. Wenn die Mutter zurückkommt, wird sie vom Kind überschwenglich begrüßt, das Spielzeug ist nicht mehr von Interesse. Das Kind zeigt keinerlei Widerstand gegen ein Aufnehmen durch die Mutter, sondern entspannt sich in ihren Armen.
Unsicher-vermeidende Kinder (A-Kinder, "avoidance") zeigen eher Unmut über das Alleingelassen werden. Mutter und Fremde behandeln sie fast gleich und ignorieren die Mutter fast, wenn sie zurückkommt; manche wenden sich ab und meiden sogar die Nähe der Mutter. Beim Aufnehmen durch die Mutter wehren sie sich nicht, bleiben aber verspannt und zeigen auch keinen Unmut, wenn sie wieder auf den Boden gesetzt werden.

Unsicher-ambivalente Kinder (C-Kinder, "ambivalent-insecure") werden laut und wütend, wenn sie allein gelassen werden. Bei der Rückkehr der Mutter verhalten sie sich ambivalent, einerseits suchen sie den Kontakt zur Mutter, andererseits widerstrebt ihnen dies aber.

Seit den 80er Jahren wurde das Phänomen genauer untersucht, dass es immer wieder Kinder gab, die in der Fremde-Situation völlig abwegiges, unverständliches Verhalten zeigten und zwar in ausgeprägterer Form als gewöhnlich, jedoch nur für kurze Zeit, ca. 10-30 Sekunden:

sie erstarrten in Anwesenheit der Bindungsperson in ihrer Bewegung und zeigen einen trance-ähnlichen Gesichtsausdruck
bei begonnener Annäherung schaukeln sie stereotyp auf Händen und Knien
bei Angst vor Fremden entfernt es sich von der Bezugsperson und lehnt seinen Kopf an die Wand
richten sich auf, um die Bezugsperson zu begrüßen, sinken dann aber in sich zusammen auf den Boden
sitzen längere Zeit mit leerem Blick auf dem Schoß der Mutter und führen in dieser Zeit immer wieder seltsame Handbewegungen zu den Ohren aus
während sie versuchen, auf den Schoß der Mutter zu gelangen, verharren sie plötzlich in einer ungewöhnlichen Körperhaltung
Da es hierbei um eine Unterbrechung des normalen, organisierten Verhaltens handelt, wurde diese Gruppen nach wiederholter empirischer Bestätigung als ein eigenständiger, vierter Bindungstyp klassifiziert, den man desorganisiert/desorientiert (D-Typ) nennt. Besonders deutlich wurde dies in einer Abwandlung der Fremde-Situation, wenn nämlich ein Clown das Zimmer betrat und in der Tür für 30 Sekunden regungslos und ohne ein Wort zu sagen stehen blieb. Normalerweise griffen die Kinder erschrocken nach der Hand der Mutter und begannen aber dann, den Clown zu betrachten. Als desorganisiert klassifizierte Kinder begannen ein verzweifeltes Schreien und spannten ihrer Körper stark an, um aufrecht zu bleiben, sie schienen wie festgewurzelt in ihrer Angst; andere lehnten sich mit dem Kopf an die Wand und blickten mit verängstigten Augen rückwärts zum Clown. Dieses auch "the look of fear with nowhere to go"- genannte Verhalten besaß eine echte Alptraumqualität; die Kinder waren unfähig, ihre Angst zu unterdrücken, sie besaßen keine Lösung für ihre Angst und sahen auch keinen Ort, wo sie sich hinwenden konnten (obwohl die Bezugsperson im Raum war) (Solomon & George, 1991). Bei nachfolgenden Untersuchungen zeigte sich, dass bei misshandelten Kindern ca. 80% diesen Bindungstyp aufwiesen.

Im Gegensatz zu unsicher gebundenen Kindern, die Strategien für angstauslösende Situationen entwickelt haben, scheint desorganisiertes/desorientiertes Verhalten einen Zusammenbruch dieser Strategien darzustellen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Bedrohung direkt von der Bezugsperson ausgeht, was in vielen Kindheitserlebnissen von Serienmördern geschildert wird. Hier einige Beispiele:

Jürgen Bartsch:
"Im Haus in Langenberg, als ich mal irgendetwas gegen ihre Ordnung tat, warf sie mit einer Bierflasche plötzlich nach mir. Als ich noch etwas älter und mit ihr im Geschäft war (einer Metzgerei), passierte auch mal so etwas, was gegen ihre Ordnung ging. Da warf sie einmal mit einem spitzen Fleischermesser nach mir. Es verfehlte mich nur knapp. Ich konnte nur stammeln: ´Ach so ist das...´. ´Ja´, schrie sie mich ans, ´so ist das!´ und spuckte mir ins Gesicht und schrie, ich sei ein Stück Scheiße. Sie lief aus dem Laden und suchte das Telefon und rief, so dass die Angestellten es hören konnten: ´Jetzt rufe ich Herrn Bitter (den Leiter des Essener Jugendamtes) an, der soll heut noch dafür sorgen, dass du Schwein dahin kommst, wo du herkamst, denn da gehörst du hin!´ Ich ging auf die Toilette und weinte. (Brief von Jürgen Bartsch an Paul Moor vom 1. Mai 1968)
John Joubert: Er berichtete, seine Mutter sei jähzornig gewesen und habe in ihrer Wut immer Dinge zerschlagen. Er hatte sich dann immer in sein Zimmer verzogen und gewartet, bis sie sich wieder beruhigt und bei ihm entschuldigt habe. Ständig aber hatte sie ihn gedemütigt und ihm zu verstehen gegeben, dass er ihrer Liebe nicht Wert sei (Ressler & Shachtman, S. 144).
Ed Kemper: Als er mal nicht zu Hause war, räumte seine Mutter zusammen mit seinen Schwestern sein Zimmer im ersten Stock leer und schaffte alle seine Sache in einen fensterlosen Keller. Als er zurückkam, warf sie ihm vor, er sei Schuld an allem Schlechtem in ihrem Leben; die Verbannung in den Keller erklärte sie mit seiner außergewöhnlichen Körpergröße, seine Schwestern würden sich in seiner Nähe unwohl fühlen (R&S, S. 110).
"Meine Mutter ist eine Frau, die mich vor Entsetzen erstarren läßt. Es gelingt mir nicht, an etwas anderes zu denken. Ihre Stimme ist so laut, das können Sie sich kaum vorstellen. Sie schlug mich oft, wenn sie meinte, dass ich etwas nicht so machte, wie es sich gehört (Bourgoin, 1995, S. 155).
Die schlimmste Form der Bedrohung ist natürlich eine Misshandlung oder sexueller Missbrauch, worauf ich später noch einmal eingehen werde.

Während für die Genese einer sicheren Bindung in erster Linie die Responsivität der Mutter entscheident zu sein scheint, deuten mehrere Untersuchungsergebnisse darauf hin, dass die desorganisierte Bindung in engem Zusammenhang mit von Geburt an vorhandenen Persönlichkeitsdispositionen wie einer eingeschränkten Verhaltensorganisation einhergeht zb auch von Alkoholabhängigen Elternteilen... (Spangler, 1998). Könnte dies ein Anzeichen dafür sein, dass Serienmörder,Drogenabhängige,Süchtige,Verbrecher doch "geboren werden"?
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